Italien dürfte sich mittlerweile doch ein wenig von dem Ruf freigeschwommen haben, dass ausschliesslich Hollywood-Kitsch-Metal-Combos aus dem Stiefelland kommen. Auch Novembre haben mit genannter Stilrichtung rein gar nichts am Hut. Erst wenige Tage ist es her, dass ich die Italiener im Vorprogramm von Katatonia begutachten konnte wobei sich die Begeisterung allerdings in Grenzen hielt, mangelte es Novembre doch ein wenig an Abwechslung. Und auch auf Tonträger kann mich die Band nicht wirklich überzeugen. Hörbar von Acts wie eben Katatonia, aber auch Sentenced, Opeth und Konsorten beeinflusst, plätschert das Songmaterial der Italiener einfach zu eindimensional an mir vorbei, wobei Sänger Carmelo Orlando nicht ganz unschuldig ist, denn gerade beim Gesang habe ich das Gefühl, dass dem Sänger während des Einsingens der Scheibe beinahe das Gesicht eingeschlafen ist. Einige Leute werden dies als atmosphärisch und stimmungsvoll bezeichnen, für mich ist es eher langweilig. Das gleiche gilt auch für einen Grossteil des Songmaterials. Irgendwie hören sich die Songs einfach zu ähnlich an und sind auch meist gleich aufgebaut (ruhiger Anfang, melancholischer Midtempo-Gothic-Metal, ruhiger Schluss). Kommt dazu, das viele Songs, allen voran das über sieben minütige „Reason“ einfach zu lang sind. Zwar finden sich immer wieder gute Ansätze wie etwa der melancholische Opener „Verne“, das mit Doublebass unterlegte „Jules“, das heftig beginnende „Comedia“, die schöne Melodie am Schluss von „Croma“ oder der Rausschmeisser „Nothijngard“. Auch die Verwendung der italienischen Sprache bei einigen Titeln sowie einige eingestreute Deathgrowls lassen ab und zu mal aufhorchen, von der Klasse der Eingangs erwähnten Einflüssen ist man jedoch noch meilenweit entfernt. Tracklist: 01. Verne 02. Memoria Stoica / Vetro 03. Reason 04. Aquamarine 05. Jules 06. Geppetto 07. Comedia 08. The Promise 09. Materia 10. Croma 11. Nothijngard
 Bewertung: 56 % VÖ: 19.05.2006
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