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Opposite Sides - Soul Mechanics
Geschrieben von Daniel Spielmann   
Freitag, 4. Mai 2007
oppositesides_soulmechanics_2006
Seit ihrer Gründung haben Opposite Sides aus Italien trotz einerinhalbjähriger Pause zwischendrin beständig daran gearbeitet, etwas auf die Beine zu stellen. 2000 gegründet fand sich die Combo Mann um Mann zusammen, Amon 418 (Hate Profile) und Martyr und Drummer GroM (beide Hortus Animae) unterstützten alsbald Arke, und nach der 2004er EP “The Eclipse of Existence” konnte man vor einiger Zeit das erste Album präsentieren.

Zunächst überrascht die Professionalität, die “Soul Mechanics” schon rein äußerlich verströmt. Man muss anmerken, dass diese Band noch ganz ohne Label unterwegs ist und somit alles selbst in die Hand zunehmen hatte. Dass man seinen Erstling dennoch in ein derart schmuckes Digi-Gewand hat packen können mag nicht zuletzt auch Verdienst Niklas Sundins sein, schließlich gehen Artwork und Design auf das Konto des Dark Tranquility-Gitarristen. Networking ist doch eine feine Sache, wenn ich das so sehe!

Aber bei so einem Album gehts schließlich primär ums Hören. Und auch da verstehen Opposite Sides auf sich aufmerksam zu machen. “Dark Metal” muss wohl als Schublade her halten, denn die ist wohl die breiteste, und trotzdem sprengen Opposite Sides auch hier die Genregrenzen. Vom noch anno 2000 beabsichtigten Fokus auf Death ist nur noch wenig übrig geblieben, wie man etwa an “Infinity” hören kann, wo sich reiner Death auf nur kurze Gesangsmomente beschränkt. Das dominierende Ambiente ist ein facettenreiches aus Elektro- und Industrial-Anteilen, und wenn die Band selbst auch noch “Jazz-Ambient” mit aufführt darf der eher traditionsorientierte Metaller das wohl vor allem als Betonung des musikalischen Einfallsreichtums auslegen. Die weitaus konventionellere EP scheint tatsächlich weit in der Vergangenheit zu liegen.

Die moderne Produktion (ich wiederhole: ohne Labelsupport!) vereint traditionellen, harten Death mit immer wieder überraschenden und kaum vorhersehbaren Wendungen. Oftmals trägt Klargesang den Hauptanteil an Gefühl und Stimmung in die Songs, der sich von straighten Gitarren und unaufdringlichen Synthesizern gestützt weiß. Von ruhig bis ruppig ist eigentlich alles dabei und so mancher Songs vereint weite Teile des Opposite Sides-Universums in sich ( “A Grinded Position of Pray”). Mal wirds spukig (“Chaotic Order”) oder auch melodisch-eingängig (“The Mourning Portal”) - jeder Song unterscheidet sich von den anderen. Dass die Band also seit “The Eclipse of Existence” gewachsen sein muss, liegt bei einem so sauber ausgearbeiteten Debut praktisch auf der Hand.

Es wäre interessant zu erleben, was diese Gruppe zu leisten im Stande wäre, stünde ein Label hinter ihnen. Wer aus eigenem Antrieb ein derart gehaltvolles Debut wie “Soul Mechanics” vorlegen kann, ist sicherlich zu einigem mehr im Stande. Wer also auf frischen und unverbrauchten Dark Metal steht, ordert dieses Teil über die Bandwebseite.

Tracklist:

01. Soul Mechanics: Enter
02. The Human Thirst
03. A Grinded Position of Pray
04. Chaotic Order
05. The Mourning Portal
06. Until the End
07. No Fatih
08. Infinity
09. Soul Mechanics: Construction
10. Breed Machineries
11. Revenge
12. Loveless
13. Soul Mechanics: Coda

Bewertung: o. W. (Ich wäre parteiisch, aber glaubt mir, das Teil geht mal echt gut ab!)
VÖ: 2006
www.oppositesides.com
www.myspace.com/oppositesides


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