Daß die Ungarn von Sear Bliss sich einen Status in der BM - Szene erspielt haben, ist definitiv seit "The Forsaken Symphony" kein Geheimnis mehr. Ihr ungewöhnlicher Mix aus extremen Metalspielarten und Blasinstrumenten hat mittlerweile wohl einige Freunde gefunden - mich eingeschlossen.
So ist es mir eine wahre Freude, nach drei Jahren Abstinenz das neue Werk der Magyaren in den Händen zu halten und vor allem: Nach ein bis acht Durchläufen nicht enttäuscht oder gar gelangweilt zu sein.
Sear Bliss machen im Wesentlichen auf "The Arcane Odyssey" das, was man von ihnen erwartet - und das wieder einmal unglaublich treffsicher.
Atmosphärisch bewegt man sich eher in den Fahrwassern oben genannten Albums und ist damit ein Stück biestiger und ingrimmiger als auf "Glory And Perdition". Das Cover findet sich in der musikalischen Verarbeitung in zwei Songs wider, zeigt es aus der ungarischen Mythologie die so genannte. "Hadak Utja - Die Straße der Krieger". Daß Sear Bliss sehr bildhaft arbeiten in ihren Kompositionen, beweist zum Beispiel "Omen Of Doom": Drumming wie Hufgetrampel, marschähnliche Bläser, rollendes, schweres Riffing machen die Sage nachvollziehbar, eine elektronisch gesampelte Frauenstimme gibt der Szenerie eine gewissen Erhabenheit.
Die Posaunen und Trompeten sind diesmal häufiger eingesetzt, "The Venomous Grace" und auch "Somewhere" leben beide von der Melodieführung der Blechbläser, letzterer Song hat die virtuosesten Trombonenklänge zu verzeichnen.
Ansonsten bietet das Album alles, was an Sear Bliss geschätzt wird: üppiges und gut durchdachtes Songwriting, fast schon etwas plüschige Gitarrensoli, solide Blastbeats und versetzte Rhythmik, viele Details, ein Keyboard und damit hörbare Dichte.
Man hat es sich nicht nehmen lassen, auf "The Arcane Odyssey" Thrash - Metal - Elemente einfließen zu lassen, womit auch wieder bewiesen wäre, dass der Tellerand doch nicht ausreicht.
Nach einer etwas sehr langen Kunstpause vor dem letzten Track entführen Sear Bliss den geneigten Hörer dann endgültig in ihre Heimat, der "Path To The Motherland" wird ganz traditionell mit folkloristischer Instrumentierung beschritten, Violine und Flöte wirken fast ein wenig befremdlich im sonst so apokalyptischen Posaunenspiel.
Ich setze dies Album getrost auf die Best - Of - Liste für dieses Jahr, da diese ja nun bald wieder fällig sein wird. Alles richtig gemacht.
Tracklist:
01. Blood On The Milky Way
02. A Deathly Illusion
03. Lost And Not Found
04. Thorns Of Deception
05. The Venomous Grace
06. Omen Of Doom
07. Somewhere
08. Path To The Motherland
Bewertung: 95%
VÖ: 24.07.2007
www.searbliss.hu
www.myspace.com/searbliss
|