|
Schlicht “Doom” betitelt machen Pylon unmissverständlich klar, wer die Zielgruppe für ihre Musik ist.
Mittlerweile zum Duo geschrumpft bieten die Schweizer auf ihrem dritten Werk genau die Musik, welche der Albumtitel assoziiert. Für „Doom“ griffen die beiden Bandköpfe Matt Brand und Jan Thomas auf eine Armada von Gastmusikern zurück und rekrutierten nebst drei Gitarristen noch rekordverdächtige fünf Drummer.
Wie schon auf den Vorgängerwerken dominieren auch auf „Doom“ die klassischen Einflüsse Namens Saint Vitus oder alte Black Sabbath. Dabei klingt „Doom“ allerdings deutlich ausgereifter als der gute Vorgänger „Th’ Eternal Wedding Band“. Wo bei selbigem Album die Siebziger-Einflüsse noch stärker im Vordergrund standen, setzt man bei „Doom“ noch mehr auf Abwechslung und scheut sich nicht, einige epische und auch psychedelische Passagen einzubauen, so dass zum Beispiel das Eingangsriff von dem überlangen Opener „Renovation (Renewal & Relapse)“ auch auf einem Candlemass-Album stehen könnte.
Dazu gesellt sich hin und wieder auch eine Flöte oder eine Klarinette, mal wird der Gesang mit Hall unterlegt oder eine Orgel sorgt für morbide Stimmung. „Doom“ ist nicht ganz leicht verdauliche Kost, kommt ziemlich dunkel und düster daher – bei „Deadlove“ dringt man aufgrund der Growls gar in Funeral-Doom-Gefilde ein – besticht andererseits aber immer wieder mit schönen Melodien, welche durchaus auch mal verträumt daher kommen. Vor allem die Gitarrensoli können hier gefallen und setzen Akzente.
Auch gesanglich wird auf Abwechslung gesetzt. Mal rau, mal klagend, hin und wieder auch etwas schräg passt sich die Stimme gut dem jeweiligen Song an.
So bleibt mir nicht viel mehr zu sagen, als dass „Doom“ bisher das beste Album von Pylon ist und jeder der auf die genannten Referenzbands steht, sollte mal in das Album der Schweizer reinhören.
Das schöne Digipack mit Prägedruck liefert dazu noch einen weiteren Kaufanreiz.
Tracklist:
01. Renovation (Renewal & Relapse)
02. Doomstone
03. Ho Theos Erchestai
04. In the Shade
05. Beneath, beyond
06. Dream a Dream
07. De Rerum Sanctarum Una
08. Psych-Icon
09. Hors des sentiers battus
10. Age of Despair
11. An Angel Tale
12. Deadlove
13. The Void thereafter

Bewertung: 76 %
VÖ: 27.02.2009
www.pylon-doom.net
www.myspace.com/pylondoom
zum Review von “Th’ Eternal Wedding Band”
|