Dark Easter Metal Meeting – 15./16.04.2017 – München

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Bereits zum sechsten Mal in Folge luden Backstage Concerts GmbH und MRW – Concert Promotion & Booking in diesem Jahr zum DARK EASTER METAL MEETING ein, um mit einer hochkarätigen Auswahl an Kapellen aus dem Black, Death sowie Doom Metal den Tod und die Auferstehung unseres Herrn zu zelebrieren. Erstmals machte sich am Osterwochenende des 15./16.04.2017 auch EVILIZED auf den längeren Weg ins Backstage nach München, um dem heftigen Treiben beizuwohnen. Es lockten neben namhaften Bands wie MARDUK und MAYHEM, die mit zwei absoluten Klassikern des schwarzmetallischen Genres im Gepäck anreisten, mit DÉCEMBRE NOIR oder OUTRE ebenfalls einige junge und vielversprechende Bands, die mit ihren ersten Werken ordentlich Staub aufwirbeln konnten.

Trotz des Feiertagswochenendes erwiesen sich die Autobahnen als überraschend leer, sodass die rund zweieinhalbstündige Fahrt in die bayerische Landeshauptstadt als durchaus angenehm bezeichnet werden kann. Nach einem kurzen Check-In im nahegelegenen Hostel wurde das Backstage am späten Nachmittag erreicht, vor dessen Eingangstoren sich schon zahlreiche Besucher tummelten. Bereits einige Wochen vor dem Festival wurde der Ausverkauf des Festivalsamstags verkündet, sodass sich sich das verwinkelte Gelände der Location, auf dem zwischen Merchandisestand, Theke und Bühne getingelt wurde, entsprechend gut gefüllt erwies.

Pünktlich um 17:15 Uhr strömten die meisten der Gäste allerdings in die Halle, um dem Auftritt von IMPERIUM DEKADENZ beizuwohnen, die auf der mit hellenischen Helmen gezierten Bühne ihren düsteren Black Metal darboten. Trotz der noch frühen Stunde zeigte sich das Publikum in den ersten Reihen schon bei bester Laune und feierte die fünfköpfige Truppe, die mit viel Bewegung durch ein abwechslungsreiches Set führten. In diesem gab es neben Songs wie “Only Fragments Of Light“ oder “Pure Nocturnal Rome“ vom aktuellen Langspieler mit dem getragenen “Staub Und Erinnerungen“ sowie “Schwarze Wälder“ – der Hymne an ihre Heimat – ebenfalls einige ältere Stücke zu hören. Von einer stimmungsvollen Lichtshow und einem klaren, druckvollen Sound unterstützt, boten IMPERIUM DEKADENZ ein kurzweiliges und unterhaltsames Gastspiel, das mit gebührendem Applaus belohnt wurde, als sich das Quintett mit dem epischen “A Million Moons“ verabschiedete. Ein besonders durstiger Herr in der ersten Reihe hatte schließlich noch das Glück, die halbleere Weinflasche von “Horaz“ zu ergattern, die sofort mit einem mächtigen Zug geleert wurde.

Für einen angenehmen Farbtupfer im sonst eher schwarzmetallisch gehaltenen Tagesprogramm sorgten gegen 18:55 Uhr die thüringischen Buben von DESERTED FEAR, die von der dicht stehenden Menge mit frenetischem Jubel begrüßt wurden. Vor purer Spielfreude fast platzend, beackerte die Truppe die Bühne mit ihrem knarzigen Death Metal und legte dabei eine ungeheure Energie an den Tag. Nach einigen anfänglichen Soundproblemen mit einer zu lauten Snare und zu leisen Vocals konnten DESERTED FEAR ab “Kingdom Of Worms“ auch klangtechnisch überzeugen und lieferten eine hervorragende Show ab, die von einem johlenden Publikum begleitet wurde. Zwischen den einzelnen Songs wurden immer wieder Anekdoten oder kurze Kommentare im urigsten thüringischen Dialekt zum Besten gegeben, so sprach etwa Manuel den Anwesenden sein Mitgefühl aus, dass in Bayern wohl niemand in den Geschmack von Pfeffi oder Vita Cola komme. Trotz lautstarker Forderungen nach einer Zugabe war nach einer Dreiviertelstunde leider Schluss und die Recken wurden mit einem dicken Grinsen im Gesicht entlassen.

Es folgte eine nur kurze Pause, in der gerade einmal die Räumlichkeit des Backstage gewechselt werden konnte und sich die Besucher nach und nach in den wesentlich kleineren Club drängten, den die polnischen Herren von OUTRE ab 19:50 Uhr mit ihrem rohen Black Metal bei stetig steigenden Temperaturen in einen tosenden Hexenkessel verwandelten. Die schmale Bühne wurde vom mit Corpsepaint beschmierten Quintett fast vollständig ausgefüllt, sodass für Bewegung nicht mehr allzu viel Platz blieb. Dies hielt Tymek Jędrzejczyk jedoch nicht davon ab, zwischen seinem infernalischen Gekeife wie wahnsinnig um seine Kollegen herum zu flitzen, die Haare in atemberaubender Geschwindigkeit zu donnernden Blasts kreisen zu lassen oder sich in verstörender Weise auf dem Boden zusammenzukauern. Somit boten OUTRE eine intensive Show, die zu keiner Sekunde langweilig wurde und der Truppe einige neue Fans bescherrt haben dürfte.

Die ordentliche angeheizte Stimmung der Menge konnten RAVENCULT im Anschluss perfekt für sich nutzen. Stilecht mit leicht rumpelndem Sound ausgestattet, entfesselten die Griechen ihren angeschwärzten Thrash Metal, der obwohl nur mit einer Gitarre erzeugt, ziemlich fett sowie zumeist mit furioser Geschwindigkeit aus der P.A. donnerte und rasch den ein oder anderen kleinen Moshpit in den ersten Reihen entstehen ließ. In diesem konnten sich die Feierwütigen zu Tracks wie “Morbid Blood“, “Tormentor Of Flesh“, “Sacrilege Of Death“, “With Hunger In Eyes“ oder “In Times Of Demise“  austoben, die einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die drei Langspieler umfassende Diskographie des Quartetts ergaben. Ein wenig Monotonie sollte sich mit voranschreitender Spielzeit trotz der absolut soliden Performance von RAVENCULT dennoch einschleichen, fehlt es dem Material auf Dauer an Variation und fast eine volle Stunde nur Vollgas kann leicht ermüdend wirken.

Da in solchen Fälle bekanntlich ein Schwung frischer Luft hilft, wurden die Seitentüren der Halle nach Verklingen des letzten Taktes von der Crew geöffnet, während die das Publikum fast geschlossen in den Vorhof drängte. Diesen zu erreichen erwies sich dabei als gar nicht so einfach, postierten sich die meisten Raucher höchst intelligent direkt vor den Eingängen, sodass der Menschenstrom von innen alsbald in Stocken geriet. Zudem befanden sich die Theken und Essstände ebenfalls in direkte Nähe, sodass sich der Weg in die kühle Abendluft unter Einsatz der Ellenbogen erkämpft werden musste. An dieser Situation sollte bei zukünftigen Veranstaltungen gearbeitet werden.

Nur wenige Minuten später war es kaum noch möglich, sich im völlig überfüllten Club einen Stehplatz zu ergattern, um den bereits lärmenden Norwegern von SARKOM zu lauschen. Behangen mit Ketten und Patronengurten sowie mit Corpsepaint und Blut beschmiert, zelebrierte die Kapelle nordischen Black Metal der alten Schule mit sämtlichen Facetten. Zwar sind SARKOM sicherlich kein Aushängeschild des Genres und werden dies nach anderhalb Jahrzehnten wohl auch nicht mehr werden, dennoch wussten die mal rockenden, schwer stampfenden oder klirrend rasenden Stücke wie “Bestial Supremacy“, “The Chosen One“, “Black Metal Necrophilia“ und “Exit Terra“ bestens zu unterhalten. Einige weitere Pluspunkte konnte Sänger “Unsgaard“ mit seiner sympathischen Interaktion mit dem begeisterten Publikum sammeln, die keinesfalls klischeehaft böse, sondern vielmehr ungezwungen und authentisch wirkte.

Zu den doomigen Klängen von REVEREND BIZARRE füllte sich in der letzten Pause die Halle für den Auftritt des Headliners an diesem Abend bis in die hintersten Ecken. Trotz der eher gespaltenen Meinungen der Szene zu “FOR THE FALLEN“ in den vergangenen Wochen, schien kein Besucher des Festivals die Show von MEMORIAM verpassen zu wollen, die allerdings nicht wirklich als Krönung des Tages angesehen werden kann. Es scheint, als werde die Truppe auf Grund des Mitwirkens von Karl Willets als legitimer Nachfolger von BOLT THROWER angesehen, dabei bewies das Quartett mit einer ziemlich kraftlosen Coverversion von “Powder Burns“ eindrucksvoll, dass ihre musikalischen Qualitäten hierfür nicht annähernd ausreichen. Neben einem schrecklich sägenden Gitarrensound, wirkte ebenfalls die völlig lustlose Leistung von Andrew Whale an den Drums, der bis zu letzten Sekunde danach aussah, als würde er gerade bei “Musizieren für Senioren“ teilnehmen, wenig überzeugend. Leider konnte auch das gewohnt dynamische und charmante Auftreten des bejubelten Frontmanns diese Defizite nicht wirklich ausgleichen. Die sich mitunter stark an BOLT THROWER orientierenden Tracks wie “Drone Strike“, “Memoriam“, “Flatline“ und “Resistance“ wussten zwar durchaus zu unterhalten, als sonderlich herausragend kann das Material jedoch nicht bezeichnet werden. Als etwas ernüchternd muss die Darbietung von MEMORIAM somit schon angesehen werden, wenngleich zugegebenerweise eine recht hohe Messlatte angesetzt wurde.

Eine fast komplett schlaflose Nacht und ein ekelerregendes Frühstück in einem völlig heruntergekommenen Hostel ganz in Veranstaltungsnähe sowie ein dies entschädigender Besuch im hübschen botanischen Garten im Schlosspark Nympenburg später, wurden die Türen des Backstage für die zweite Runde des DARK EASTER METAL MEETING geöffnet. Vor diesen bildete sich alsbald eine lange Schlange, die sich erst gegen 15:00 Uhr allmählich auflöste, pünktlich zu Beginn des musikalischen Programms in der Halle.

Für den Auftakt sorgten hier DÉCEMBRE NOIR aus Erfurt, die ohne Intro in schwarze Hemden gekleidet die Bühne betraten und unvermittelt ihren melancholischen Doom Metal zum Besten gaben, der nicht selten an Bands wie SWALLOW THE SUN oder KATATONIA erinnerte. Dem um diese noch frühe Uhrzeit schon reichlich versammelten Publikum wurden mit “Ghost Dirge“ oder “Small.Town.Depression“ vornehmlich Tracks des letztjährigen Zweitwerks der Truppe präsentiert, wobei mit “The Forsaken Earth“ auch das Debüt bedacht wurde. Ohne allzuviele Worte spielten sich DÉCEMBRE NOIR zielstrebig durch ihre Songs, die neben den zähen und düsteren Passagen ebenfalls kraftvolle und flotte Ausbrüche bereit hielten, sodass stets genügend Abwechslung geboten wurde. Neben den dunklen Growls wurde in “Escape To The Sun“ auch klarer Gesang eingestreut, der sich hervorragend ins Gesamtbild des Stückes einfügte. Viel zu schnell verging die Zeit angesichts der tollen Leistung der Thürniger, die sich schließlich nach einer knappen Dreiviertelstunde mit “In This Greenhouse Of Loneliness And Clouds“ verabschiedeten.

Es sollte im Anschluss doomig bleiben, enterten MOURNING BELOVETH aus Irland als erste Gruppe des Festivals die Bretter des Werkes. Zwar ist die Band bereits seit den frühen 90er Jahren aktiv und dennoch konnte sie sich trotz fünf starker Alben bei Grau Records erst mit ihrem letzten Langspieler namens “RUST & BONE“ wirklich etablieren, der vor zwei Jahr bei Ván Records erschien. Eindrucksvoll konnte das Quintett, das leider nicht allzu oft in Deutschland zu sehen ist, an diesem Nachmittag beweisen, dass ihre epischen Monumente der Langsamkeit auch live perfekt in Szene gesetzt werden können. Speziell das gelungene Wechselspiel zwischen bitterbösen Growls und sehnsüchtigem Klargesang inmitten der mächtigen Riffkonstrukte von beispielsweise “THE SICKNESS“ erzeugte eine wirklich erhabene Atmosphäre, die jener von PRIMORIDAL mindestens sehr nahe kam.

Es zeigte sich nun, dass das Konzept des Festvials mit seinen drei Bühnen leider nicht so ganz aufgehen wollte. Obwohl das Werk mit Verklingen der letzten Töne von MOURNING BELOVETH verlassen wurde und sofort der Weg in Richtung der Halle eingeschlagen wurde, waren dort nur wenige Minuten später die Türen auf Grund von Überfüllung bereits verschlossen. Zwar wurde im Vorfeld seitens des Veranstalters ausreichend darauf hingewiesen, dass es zu solchen Wartezeiten kommen kann, eine gewisse Enttäuschung stellte sich dennoch ein.

Glücklicherweise winkten die beiden Wache stehenden Securities schon nach kurzer Zeit die nächsten paar Besucher in die Halle, in der FÄULNIS bereits mitten in ihrer Show waren. In der letzten Reihe konnte ein freier Platz ergattert werden, von dem aus an Fotos für diesen Bericht allerdings nicht zu denken war. Dies fiel recht passend mit dem Umstand zusammen, dass ein Kameradefekt kurz zuvor diese Absicht für den Rest des Tages ohnehin zu Nichte machte. Es konnte sich nach nur einem verpassten Song endlich der Show der Hamburger gewidmet werden, die auf Grund des Auftretens von “Seuche“ in Unterhemd und Hosenträgern sowie mit Bierwampe und Pornoschnauzer als gewohnt eigenwillig bezeichnet werden darf. Das feiernde Publikum, das gleich Ölsardinen beieinander stand, sang die Texte von Titeln wie “30. Juli, bewölkt“, “Block 19, Mahlstrom“ und “Distanzmensch, verdammter!“ lauthals mit. Für noch mehr Begeisterung sorgte dann “Weiße Wände“ zum Abschluss, für das sich FÄULNIS mit “Marrok“ von HARAKIRI FOR THE SKY und ANOMALIE gesangliche Verstärkung in ihre Reihen holten.

Nach dieser explosiven Mischung aus Black Metal und Punk sollte es im Werk nun wieder doomig zugehen. Zwar hat es der Funeral Doom Metal leider nie wirklich geschafft einen größeren Platz in der Szene einzunehmen und erstklassige Kapellen wie EVOKEN oder ESOTERIC müssen bei ihren Touren vor einem lächerlich kleinen Publikum spielen, doch AHAB gelingt es an diesem Tag, das Werk bis in die hintersten Reihen zu füllen. Trotz einiger dezent psychedelischer Einflüsse auf den letzten beiden Alben, ist das Material der Heidelberger noch immer gewaltig düster, sodass sich das Backstage angesichts der herrlich zäh dahinfließenden Tracks augenblicklich in eine pechschwarze Aura hüllte. Die etwas knapp bemessene Spielzeit reichte gerade für vier Stücke aus, die mit ihren ausufernden Instrumentalpassagen jegliche positive Energie in unmittelbarer Reichweite gleich einem dunklen Sog verschluckten und in einen tranceartigen Zustand versetzen. Leider wirkten AHAB an diesem Tag ein wenig unmotiviert und so konnte das zum Abschluss dargebotene “The Hunt“ bei früheren Shows schon mit wesentlich mehr Spielfreude vorgetragen bestaunt werden.

Als die Band sich gegen 18:00 Uhr verabschiedete, wurde die kurze Pause bis HARAKIRI FOR THE SKY für einen schnellen Imbiss genutzt. Wirklich viel Auswahl wurde an den zwei kleinen Buden mit Pommes für annehmbare 3,00 €, einen deutlich zu teuren Toast mit Pulled Pork für 6,50 € sowie Chili Con Carne für ebenfalls 6,50 € nicht gerade geboten. Zumindest das Chili darf an dieser Stelle trotz des stolzen Preises allerdings gelobt werden, wurde hier doch wirklich ein leckeres Gericht  von netten Herrschaften verkauft. Insgesamt darf die Situation an den Verkaufsständen hinsichtlich Angebot und Wartezeit jedoch als optimierungswürdig bezeichnet werden. Angesichts der großen Menge an Besuchern wäre ein weiterer Wagen im Außenbereich mit zusätzlichen Menüs sicherlich nicht die schlechteste Idee.

Kurz bevor die Türen der Halle erneut wegen Überfüllung geschlossen wurden, konnte in der letzten Reihe erneut gerade noch ein Platz ergattert werden, um den beiden Österreichern und ihren Livemusikern beizuwohnen. Vor fünf Jahren starteten diese mit ihrem selbstbetitelten Debüt einen wahren Triumphzug, der bis heute anhält, erwies sich das im letzten Sommer veröffentlichte “III:TRAUMA“ als nicht weniger starkes Werk mit intensivem Post-Black Metal, dessen Blütezeit ja mittlerweile nahezu vorüber ist. Hiervon war an diesem Abend allerdings absolut nichts zu bemerken, wurden HARAKIRI FOR THE SKY gefeiert wie die ganz Großen. Nicht zu unrecht, entfesselte die Gruppe mit Songs wie “Calling The Rain“ oder “This Life As A Dagger“ vom aktuellen Output eine großartige Atmosphäre. Völlig wortlos und mit schwingenden Mähnen führten die Herren durch ihr Set und hinterließen ein überglückliches Publikum, mit Ausnahme eines kleinen Grüppchens, dem der Zugang zu diesem Spektakel verwehrt blieb.

Die totale Überfüllung der Halle sollte nicht ohne Folgen bleiben, erwies sich die Luft gegen Ende des Auftrittes als extrem stickig, sodass sich der kurze Weg über den Innenhof zum Werk eine wahre Wohltat erwies. Es galt nun tief Luft zu holen, um der bevorstehenden Zerstörungsorgie von ASPHYX stand halten zu können. In bester Laune fegten die niederländischen Recken über die Bühne und knalltem der tobenden Masse gnadenlos “Deathhammer“, “Division Brandenburg“ und “Death The Brutal Way“ von den neueren Platten vor den Latz, deren Lyrics von Martin Van Drunen mit einem bestialischen Organ ins Mikro gebrüllt wurden. Zwischen den Songs gab es die üblichen Ansagen der grauen Eminenz, die sich an diesem Abend als Udo Lindenberg vorstellte, die wie immer irgendwo zwischen noch lustig und schon peinlich balancierten. Immerhin wurde sich artig bei den Veranstaltern des Festivals bedankt und in der zweiten Hälfte der Show nochmal zu den Klassikern der Bandgeschichte gegriffen. Neben dem obligatorischen “The Rack“ durften sich die Fans noch über das wahnwitzige “Wasteland Of Terror“ freuen und ihre Köpfe zum massiven “Last One On Earth“ nicken lassen. Eine heftige Darbietung, die viele Besucher ordentlich ins Schwitzen brachte.

Daher wurde nach ASPHYX erst einmal eine kurze Pause eingelegt, um bei MARDUK wieder einigermaßen erholt genießen zu können, sodass auf PILLORIAN verzichtet werden musste. Für die richtige Erfrischung sorgten die netten Damen und Herren an den überall verstreuten Theken, an den selten lange auf das bestellte Getränk gewartet werden musste. Eine bunte Auswahl vom 0,5l Wasser für 2,50 €, über 0,2l Softdrinks für 2,00 €, bis hin zu Bier für 3,50 € und Wikingerblut für 5,60 € hielt für jeden Geschmack etwas bereit. Ein wenig seltsam mutete es allerdings schon an, dass die Securities am Einlass peinlich genau auf potentiell gefährliche Gegenstände kontrollierten, die Getränke in der Location allerdings munter in Glasflaschen und nicht Bechern ausgegeben wurden. Nun, irgendjemand wird sich hierbei sicherlich etwas gedacht haben oder auch nicht.

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits “THOSE OF THE UNLIGHT“ und “PANZER DIVISION MARDUK“ in voller Länge gespielt wurden, zelebrierten MARDUK auf dem DARK EASTER METAL MEETING nun das 20-jährige Jubiläum von “HEAVEN SHALL BURN…WHEN WE ARE GATHERED“ mit einem entsprechenden Set, das offenbar kaum einer der Besucher des Festivals verpassen wollte. Vor dicht gedrängten Reihen enterten die schwedischen Herrschaften zu den lieblichen Klängen von “Down In Yon Forest“ und dessen Huldigungen an Jesus die Bretter, um in blutrotes Scheinwerferlicht getaucht mit “Beyond The Grace Of God“ ihre blasphemische Messe gleich einem heftigen Schlag in die Magengrube zu beginnen, in der “Mortuus“ seine satanische Propaganda von der ersten Sekunde an wie eine tollwütige Bestie ins Mikro keifte. Die ohnehin schon enorm angeheizte Stimmung in den vorderen Reihen brauchte bei einer solchen Darbietung nicht lange, um in pure Raserei umzuschlagen, sodass schon beim nachfolgenden “Infernal Eternal“ ein Moshpit bildete, der bei der ungezügelten Brutalität von “Glorification Of The Black God“ und “Darkness It Shall Be“ nur weiter wachsen sollte. In rund einer halben Stunde ratterten MARDUK auf diese Weise das komplette Material der Platte herunter, leider bei etwas kratzigem Sound. Dieser störte allerdings nur wenig, als im Anschluss mit “Frontschwein“ und “The Blonde Beast“ noch zwei starke Tracks vom aktuellen Album nachgelegt wurden, bevor mit “Panzer Division Marduk“ der Sack kurz und heftig zugemacht wurde. Obwohl seit fast drei Dekaden aktiv, sind MARDUK noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte wie diese infernalische Show ein weiteres Mal mehr als eindeutig bewies.

Obwohl nach diesem schwarzmetallischen Sperrfeuer nun eigentlich eine kurze Verschnaufspause nötig gewesen wäre, wurde der Halle doch ein kurzer Besuch abgestattet, in der HELRUNAR gerade eine Auswahl ihre Schaffens präsentierten. Diese legten den Fokus mit “Devils Devils Everywhere!“, “Magdeburg brennt“ sowie der Livepremiere von “Landsknecht“ deutlich auf ihren letzten Langspieler, der mittlerweile schon wieder zwei Jahre zurückliegt. Dem anwesenden Publikum schien die Songsauswahl zu gefallen, wurden die angesagten Titel kräftig bejubelt. Zwar wirkte der atmosphärische Black Metal der Westfalen im direkten Vergleich zum gerade erst verklungenen Gepolter im Werk, fast ein wenig zahm, für kurzweilige Unterhaltung konnten HELRUNAR dennoch sorgen.

Eile war nun geboten, um sich im rasch füllenden Werk noch einen ordentlichen Platz für die bereits sehnsüchtig erwartete Headlinershow von MAYHEM zu sichern. Von der obersten Stufe der Tribüne konnte nach nur kurzer Wartezeit beobachtet werden, wie die Bühne mehr und mehr in dichten Nebel eingehüllt wurde, bis auf dieser schließlich kaum noch Details der reichlich vorhandenen Deko zu erkennen waren. Als endlich Glockenschläge und ein bedrohliches Kettenrasseln aus den Boxen ertönten, wuchs die Spannung, in welcher Form sich die Norweger an diesem Abend wohl präsentieren würden. Von miserabel bis erstklassig ist bei MAYHEM immerhin alles möglich. Von kaltem blauen Licht beschienen, eröffneten die fünf Osloer unter Kapuzen versteckt und mit Corpsepaint beschmiert die Show mit “Funeral Fog“ unter dem Jubel der Menge. Leider erwies sich der Sound während des kompletten Auftrittes als ziemlich verwaschen, was die Stimmung doch ein wenig trübte. Zielstrebig spielten sich MAYHEM durch sämtliche Songs ihre Kultalbums “DE MYSTERIIS DOM SATHANAS“ deren Darbietung von Atilla mit seinem wilden Gestikulieren unterlegt wurde. Durch den dichten Nebel war es allerdings gar nicht leicht, zu erkennen, wie dieser mit den Flammen von auf einem Altar aufgestellten Kerzen spielte, wild in die Luft boxte oder einen menschlichen Schädel um sich herumwirbelte, während für den abschließenden Titelsong in den vier Ecken aufgestellte Skelette enthüllt wurden. Viel zu früh räumten MAYHEM hiernach die Bühne, wurde das Set durch Interludes zwischen den einzelnen Stücken doch gerade mal auf eine knappe Stunde gestreckt, sodass noch ausreichend Zeit für eine Zugabe gewesen wäre, auf die jedoch vergeblich gewartet wurde. Somit gelang es den Skandinaviern trotz einer tollen Leistung eine gewisse Enttäuschung zu verbreiten.

Eine letzte Band stand an diesem Abend noch auf dem Programm. Angesichts des enormen Hypes, der in den vergangenen Monaten um BATUSHKA und deren Erstlingswerk gemacht wurde, war klar, dass es nicht leicht werden würde, Einlass zu erlangen. Dass allerdings nur wenige Minuten nach dem Ende von MAYHEM schon der gesamte Vorraum der Halle voll mit ungeduldig wartenden Gästen stehen würde, für die im inneren bereits kein Platz mehr war, kam dann doch ein wenig unerwartet. Da es in dieser Situation mehr als unwahrscheinlich erschien, noch in den Genuss der Polen zu kommen, stand kurz die Überlegung im Raum, sich stattdessen die ebenso vielversprechenden REVEL IN FLESH anzusehen. Kurzerhand wurde sich nach einem so langen Tag und der noch bevorstehenden Fahrt beschlossen, die Heimreise anzutreten.

Zurückblickend wurde mit dem diesjährigen DARK EASTER METAL MEETING ein wirklich tolles Hallenfestival auf die Beine gestellt, das trotz kleinerer Mängel mit einem abwechslungsreichen und hochkarätig besetzten Line-Up zu einem absolut fairen Preis glänzen konnte. Von der stimmungsvollen Lichtshow, über den meist klaren und druckvollen Sound sowie die kurzen Umbauzeiten stimmte hier fast alles. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Besucherkapazität mehr als ausgereizt wurde. Selbst im weitläufigen Werk drängten sich bei MARDUK und MAYHEM viel zu viele Menschen und die Situation in der Halle, deren Größe für Bands wie BATUSHKA oder FÄULNIS bei Weitem nicht ausreichend war, dürfte den meisten Besuchern bitter aufgestossen sein. Natürlich liegt es im Interesse des Veranstalters möglichst viele Karten zu verkaufen, es sollte trotzdem überdacht werden, im nächsten Jahr ein paar Tickets weniger zu verkaufen, sofern Wert auf zufriedene Besucher gelegt wird. Ebenfalls optimiert werden sollte das bereits erwähnte Essensangebot. In jedem Fall darf darauf gehofft werden, dass auch in 2018 ein weiteres DARK EASTER METAL MEETING mit ähnlich überzeugendem Billing stattfinden wird.

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