Entrench – Violent Procreation

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Entrench_ViolentProcreation_frontWer sich an den ersten Langspieler der schwedischen Truppe ENTRENCH zu erinnern versucht, dem wird wohl vor allem anderen wahrhaft misslungene Artwork aus der Feder von Bassist Joel E. Sundin in den Sinn kommen, dessen völlig dilettantischer Zeichenstil zweifelsohne den ein oder anderen potentiellen Käufer des Albums vergrault haben dürfte. Auch bei der nun aktuellen Platte namens “VIOLENT PROCREATON“ ist für die Covergestaltung eben jener Joel E. Sundin verantwortlich, der seine zeichnerischen Fähigkeiten in der Zwischenzeit allerdings deutlich verbessern konnte, wie das ebenso stimmige wie skurrile Artwork eindrucksvoll unter Beweis stellt. Passend zu der absurden, Skelette ausspeienden Kreatur des Covers, präsentiert sich “VIOLENT PROCREATON“ als gnadenlos brutale und abgrundtief häßliche Fratze des Thrash Metals, wie sie ungeschminkter kaum sein könnte.

Während derzeit zahlreiche heimische Gruppierungen ihren schwedischen Idolen nacheifern, huldigen ENTRENCH auf ihrer zweiten Platte mit neun brachialen Thrashattacken ihren deutschen Helden, zu denen unter anderem SODOM und KREATOR zählen. Vor allem die Herren um Mille Petroza scheinen zu den ganz großen Favoriten der Schwede zu gehören, wie die rotzigenTracks unmissverständlich klar machen. Augestattet mit einer herrlich aggressiven Saitenarbeit und markant kehligen Vocals, könnte “VIOLENT PROCREATON“ mit seinem ursprünglichen Charakter in der Diskographie der vier Essener einen Platz zwischen “ENDLESS PAIN“ und “PLEASURE TO KILL“ finden. Dennoch handelt es sich bei dem Zweitwerk der Schweden nicht um einen schlichte Kopie, verzichten ENTRENCH doch auf jegliches Riff-Recycling und versuchen vielmehr, ihren Tracks mit ein wenig Todesblei und einige groovigen Passagen eine eigene Note zu verpassen. Dies gelingt auch durchaus recht ordentlich, wenn auch auf Dauer ein wenig mehr Variation wünschenswert gewesen wäre, preschen die Skandinavier doch bis zur letzten Sekunde erbarmungslos nach vorne und zügeln das furiose Tempo nur selten. Dies ist angesichts der hohen Qualität des dargebotenen Materials allerdings vollkommen verschmerzbar, erteilen ENTRENCH mit “VIOLENT PROCREATON“ doch eine amtliche Lehrstunde in Old School Thrash Metal!

Vom gnadenlosen Dauerriffgewitter, bis hin zur unpolierten Produktion ist “VIOLENT PROCREATON“ eine rundum gelungene Platte, die nicht nur Anhängern der oben genannten Gruppen gefallen dürfte.

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