Harm – October Fire

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Im kommenden Jahr werden HARM aus Norwegen ihr bereits 20-jähriges Bestehen feiern, wenngleich nach all der Zeit von der ursprünglichen Besetzung lediglich Steffan Schulze an der Position des Frontmanns übrig geblieben ist. Zwar gehört die Formation somit in gewisser Weise schon zum älteren Eisen, ein Blick auf die Diskographie der Thrasher lässt dies allerdings nicht so wirklich vermuten. Lediglich drei Langspieler, die in einem Abstand von jeweils fünf Jahren veröffentlicht wurden, können HARM nach zwei vollen Dekaden vorweisen. Eine eher magere Ausbeute, die jedoch mit gehobener musikalischer Qualität auszugleichen wäre.

Zunächst sieht es ganz danach aus, als könnten HARM auf “OCTOBER FIRE“ tatsächlich mit bestem Old School Thrash Metal punkten und die lange Wartezeit seit dem Vorgänger damit zumindest ein wenig entschuldigen, wird das heftige Spektakel in “Devastator“ mit einem langegezogenen Schrei à la “Angel Of Death“ eröffnet, der die Erwartungen an die Platte gleich ein wenig weiter in die Höhe schraubt, vielleicht ein wenig zu hoch. Klar, das messerscharfe Riffing von rasanten Tracks wie “Executioner“ oder “Kill The King“ ist herrlich archaisch und turbulent, sodass stellenweise ein wüstes Chaos entsteht, in dem die aggressiven Sechssaiter mit ihren rasenden Soli nicht selten an frühe KREATOR oder DESTRUCTION erinnern. Leider sind die prägnanten Merkmale gleichzeitig die Schwächen der Songs, die bei aller Energie des Instrumentalspiels zuweilen ein wenig an Struktur verlieren und scheinbar planlos und undurchsichtig umherstolpern. Dies ist natürlich nicht immer der Fall, machen HARM etwa im stampfenden Titeltrack mit unterschwelligen Leads und wohl dosierten Breaks eine recht gute Figur.

Zudem bietet “OCTOBER FIRE“ wenig neue Ideen, was an sich nicht weiter schlimm wäre, ist Innovation gerade im heutigen Thrash Metal kaum mehr gegeben. Jedoch klingen zu viele Passagen auf der Platte vertraut und erinnern an die weiter oben erwähnten Gruppierungen, sodass es HARM an notwendiger Eigenständigkeit mangelt, die nach all den Jahren eigentlich gegeben sein sollte. Es fällt somit nicht leicht ein abschließendes Urteil zu treffen, sprühen die Songs im Grunde vor Dynamik und Spielfreude und machen bei nicht allzu kritischer Betrachtung wirklich Spaß.

Daher dürfte “OCTOBER FIRE“ wohl am ehesten auf der Bühne oder als Anheizer in feucht-fröhlicher Runde funktionieren, ausreichend Unterhaltungswert hierfür ist defintiv gegeben. Es ist fraglich, ob das vorhandene Potential von HARM noch einmal in größere Taten umgesetzet wird, zumal das nächte Werk wohl erst in fünf Jahren erscheinen wird.

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