Helheim – landawarijaR

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Gleich zu Beginn des neuen Jahres präsentiert Dark Essence Records mit “LANDAWARIJAR“ eine Platte, die im Sektor des Viking/Black Metals das unangefochtene Highlight für 2017 darstellen dürfte. Dabei sind HELHEIM in ihrer mittlerweile 25-jährigen Existenz trotz einer makellosen Diskographie mit auschließlich starken Alben nie wirklich über den Status eines Geheimtipps für eingeweihte Kreise hinausgekommen, wenngleich die Truppe mit “JORMUNDGAND“ sowie “AV NORRØN ÆTT“ zwei absolute Klassiker des Genres geschaffen hat, die jedem Liebhaber norwegischen Schwarzstahls ein Begriff sein sollten, wurde insbesondere auf dem epischen Debüt nordische Raserei in Perfektion dargeboten, die an Intensität und Brachialität bis heute nahezu unerreicht ist.

Auf ihren jüngeren Werken klingen die vier Bergener freilich vollkommen anders als vor mehr als zwei Dekaden, ist vom klassischen Black Metal nicht mehr allzuviel übrig geblieben. Dieser wird auf “LANDAWARIJAR“ auf einige wenige Passagen in “Baklengs Mot Intet“ oder “Ouroboros“ reduziert, in denen HELHEM zwar recht flott und harsch agieren, allerdings stets eine wehmütige Melancholie mitschwingen lassen, die letztlich das komplette Album umfasst. Bereits auf dem vielgelobten Vorgänger war diese Entwicklung erkennbar, die in den sieben Tracks von “LANDAWARIJAR“ weiter voranschreitet und ein komplexes Gemenge von progresssiven und folkigen Elementen mit sich bringt. HELHEIM ergehen sich in verschachtelten und facettenreichen Tracks, in denen sich neben verträumten Melodien und gefühlvollem Klargesang ebenso kantige und verworrene Strukturen finden, sodass ein intensives Geflecht aus interessanten Kontrasten entsteht. Hierfür greifen die vier norwegischen Herren neben der traditionellen Instrumentierung erneut auf Pauke und Hörner zurück, die sich perfekt mit den psychedellischen Anleihen von “Rista Blodørn“ und “Enda-dagr“ abwechseln und ein grandioses Klangerlebnis kreieren. Trotz ihrer üppigen Spielzeiten, werden die Songs nie langweilig, halten unzählig Stimmungswechsel und Tempovariationen die Dramatik von “LANDAWARIJAR“ dauerhaft auf einem hohen Level. Zudem haben sich HELHEIM ein paar Kollegen wie etwa Bjørnar E. Nilsen oder Pehr Skjoldhammer als Gastsänger eingeladen, die der Platte mit ihren markanten Stimmen weitere Akzente verleihen.

Es fällt schwer, einzelne Kompositionen von “LANDAWARIJAR“ besonders hervorzuheben, bildet jede von ihnen ihren ganz eigenen, klanggewaltigen Mikrokosmos, sodass sich für ein Antesten des Albums im Grunde jedes der Stücke eignet. Dies ist allerdings gar nicht nötig, kann der nunmehr neunte Langspieler von HELHEIM blind gekauft werden, gelingt es doch kaum einer anderen Band so gut, die Geschichte ihrer Vorfahren derart erhaben und mystisch wiederzuerwecken.

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