Insane Vesper – LayiL

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Für gewöhnlich neigt französischer Black Metal dazu, ein wenig extravagant oder zumindest recht eigenwillig zu sein, wie zahlreiche Kapellen a lá HELL MILITIA, BLACKLODGE, ANTAEUS oder DECLINE OF THE I unter Beweis stellen. Es gibt natürlich immer Ausnahmen und zu diesen gehören beispielsweise INSANE VESPER aus Toulouse, die auch auf ihrem zweiten Langspieler namens “LAYIL“ vollkommen unbeeindruckt von den experimentellen oder progressiven Vorstößen ihrer Landsmänner den ganz klassischen Pfad des Genres verfolgen und somit fast schon ein wenig bieder wirken.

Zumindest im direkten Vergleich zu den genannten Bands bleibt dieser Eindruck von “LAYIL“ während der sechs Songs des Albums bestehen, wobei das Material auch im internationalen Rahmen betrachtet nicht als sonderlich originell bezeichnet werden kann, gehen INSANE VESPER ein wenig zu sehr nach bekannten Mustern ans Werk. Dies ist zwar sicherlich schade, macht “LAYIL“ jedoch nicht zu einer schlechten Platte, sind die durchweg langen Tracks doch immerhin abwechslungsreich und dynamisch gestaltet. Die vier Herren aus den Pyrenäen legen dabei besonderen Wert auf Tempovariationen, die sich schon in “Blood Of The Moon“ als erstem Song in Fülle finden lassen, wird hier bald ruppig drauf los geprügelt, als auch im schweren Midtempo mit melodischen Akzenten eine bedrohliche Stimmung heraufbeschworen. Nur wenig ändert sich in den nachfolgenden Titeln an diesem Konzept, sodass “LAYIL“ ingesamt eher geradlinig und puristisch gehalten ist und abgesehen von effektvoll in Szene gesetzten Synthesizern im atmosphärischen “Sink The Ark Of Knowledge“ keinen Raum für Experimente lässt. Einen eigenständigen Sound können INSANE VESPER auf diese Weise natürlich nicht erzeugen, wird sich zu offensichtlich an einschlägigen skandinavischen Bands orientiert, klingt etwa “Of Serpent’s Embrace“ als sei es nach ein oder zwei Durchläufen von “DE MYSTERIIS DOM SATHANAS“ komponiert worden. Dennoch gibt es auf “LAYIL“ genug interessante Facetten, die entdeckt werden wollen.

Daher lohnt es sich durchaus, das zweite Werk von INSANE VESPER zumindest einmal anzutesten, wenngleich “LAYIL“ kein sonderlich herausragendes Album ist. Zumindest zeigen die Franzosen in einer Zeit, in der sich etliche Bands dem aktuellen Trend des orthodoxen Black Metal anschliessen, dass das Genre noch roh und ursprünglich klingen kann.

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